Als Startup erfolgreich in der Produktentwicklung für die Stahlindustrie

Im September 2019, nur ein Jahr nach der offiziellen Gründung, gewann mecorad als eines von drei erfolgreichen Teams den TUClab-Wettbewerb der Technischen Universität Chemnitz. Ziel von mecorad war und ist es, für die Stahl- und Metallindustrie Lösungen zu entwickeln, um eine hohe Produktqualität bei möglichst geringem Ressourcenaufwand zu erreichen.

Die Ausgründung aus der TU Chemnitz erhielt durch das TUClab sowie durch SAXEED neben einer Beteiligungsfinanzierung auch eine Gründungsförderung sowie eine Gründungsbetreuung.

Zwei Jahre später traf mecorad-Gründer und Geschäftsführer Dr. Marc Banaszak Dr. Joseph Heß, Projektleiter des TUClab, und Dr. Susanne Schübel, Geschäftsführerin des Gründernetzwerks SAXEED, im Technologie Centrum Chemnitz (TCC), um über aktuelle Projekte und die Entwicklung des Unternehmens zu informieren. Dabei ging es heiß her – denn das Team um Marc Banaszak präsentierte anhand des neuen Demonstrators, dass die Sensoren auch unter extremer Hitze präzise messen und somit bei der Stahlproduktion zum Einsatz kommen können.

„Mitte 2020 haben wir uns inmitten der Corona-Pandemie befunden und entsprechend war es für die meisten jungen Unternehmen und Start-ups, mit denen wir im Rahmen des TUClabs arbeiten, herausfordernd, am Markt zu bestehen. Umso schöner ist es zu sehen, wie sich das Unternehmen mecorad, das wir gefördert und unterstützt haben, trotz dieser schwierigen Zeit und auch nach der Betreuung durch uns und das Gründernetzwerk SAXEED weiterentwickelt hat“, sagt Heß. So füllen sich inzwischen die Auftragsbücher wieder und der vorgestellte Demonstrator zeige, dass mecorad bereit sei, einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der Stahlindustrie zu leisten. „Ich bin nach dem Besuch sehr überzeugt, dass das Unternehmen alles mitbringt, was dafür nötig ist“, ergänzt Heß.

2018 war mecorad mit der Idee angetreten, den Betreiberinnen und Betreibern von Stahl- und Warmwalzwerken mit hochpräzisen Messlösungen und darauf aufbauenden Applikationen bei der Verbesserung ihrer Prozesse zu helfen. Darüber hinaus wollten sie die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Produktion bis zum Endkunden zu vernetzen. Der Bedarf war und ist da, denn sowohl die Reduzierung der CO2-Emission dieser energieintensiven Branchen als auch die Digitalisierung gehören aktuell zu den größten Herausforderungen für die Stahl- und Metallindustrie.

Heute – drei Jahre später – kann mecorad hochpräzise Messlösungen vorweisen, die zu einer höheren Produktqualität führen und Produktionswertverluste reduzieren. Die Förderung im Rahmen des TUClabs der TU Chemnitz bereitete für diesen Erfolg den Boden. „Bisher wurde der gewalzte Stahl nicht an den Prozess-Stellen, sondern nach dem Abkühlen und zum Teil noch von Hand vermessen. Unsere eigenentwickelten Radarsensoren können die noch heißen Umformgüter in Echtzeit vermessen und mittels Berechnungsalgorithmen die nach dem Abkühlen zu erwartenden Werte ausgeben“, sagt Banaszak. Sollten die so generierten Daten zu stark vom Produktionsplan abweichen, könne die Anlagenfahrerin oder der Anlagenfahrer im Walzwerk direkt und präzise gegensteuern und so Ausschuss, Mehrarbeit und damit auch den CO2-Ausstoß reduzieren. Um die gewonnenen Daten in Echtzeit in die von den Kundinnen und Kunden gewünschten IT-Systeme einzubinden, bietet mecorad darüber hinaus passgenaue Lösungen an. So hilft das Unternehmen, die Stahl-Produktion entlang der Wertschöpfungskette zu digitalisieren.

Die Zuverlässigkeit der von mecorad entwickelten Sensoren verdeutlichte Banaszak beim Treffen im TCC anhand eines Brenners und einem neuen Demonstrator. Die Errichtung des Demonstrators war Bestandteil eines MEP-Zuschusses, mit dem die Europäische Union und der Freistaat Sachsen die Markteinführung ihrer Produktlinie „wtl series für Walzlinien“ gefördert haben. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem durch den Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalt des Freistaates Sachsen.